Wasserzukunft Weinviertel – Gemeinsam KLAR!text reden

7 KLAR! - Regionen des Weinviertels luden am 25.05. zur Veranstaltung „Wasserzukunft Weinviertel“ ein. Zu diesem Anlass versammelten sich 80 Gäste, bestehend aus Bürgermeister:innen, Gemeindevertreter:innen und Wasserverbänden im Schloss Wolkersdorf, um über die gegenwärtige und künftige Wasserverfügbarkeit im Weinviertel zu diskutieren. 

 

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden die Rahmenbedingungen für die Wasserversorgung im Weinviertel beleuchtet. Jürgen Komma, vom Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie an der TU-Wien sprach über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit. Die Modelle zeigen, dass durch höhere Lufttemperaturen und dadurch verlängerte Vegetationsperioden mehr Wasser verdunsten wird. Die Verfügbarkeit von Oberflächenwasser, Bodenfeuchte und letztlich auch des Grundwasserspiegels werden sich dadurch verringern. 

Horst Fischer, Leiter der Abteilung Wasserrecht des Landes Niederösterreich, beleuchtete die wasserrechtlichen Aspekte der Gewässerstruktur des Weinviertels. Susanne Karl vom Ingenieurbüro „land.und.wasser“ der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal warf mit den Teilnehmer:innen einen Blick in die Vergangenheit, auf die Gegenwart und in die Zukunft der Gewässer und Feuchtgebiete im Weinviertel. Ihre Vision sei es, dass im Weinviertel wieder große Flächen an Feuchtgebieten entstehen. Im Anschluss fand eine Diskussionsrunde statt, in der die Teilnehmer:innen die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen. 

Nach einer Pause ging es im zweiten Teil der Veranstaltung um die Instrumente des Landes zur Sicherung der Wasserversorgung. Thomas Rögner von der Abteilung Wasserbau des Landes Niederösterreich hielt einen Vortrag über den Wandel von Feuchtwiesen zur Regulierung im Weinviertel. Die Renaturierung von Fließgewässern ist technisch und theoretisch möglich. Ein 100- jähriger Entwicklungsprozess würde sich allerdings nicht in zehn Jahren umkehren lassen, dafür braucht es mehr Zeit. Hindernisse vor Umsetzungen für Rückbauten stellen oft Grundbesitzverhältnisse entlang von Gewässern dar. Franz Schneider von der Abteilung Siedlungswasserbau des Landes Niederösterreich sprach über Regenwassermanagement und Fördermöglichkeiten der Siedlungswasserwirtschaft. Wichtig ist ein Regenwasserplan, der als ganzheitlicher Prozess für die gesamte Gemeinde zu sehen ist. Christian Steiner von der NÖ Agrarbezirksbehörde erläuterte abschließend die Rolle der Flurplanung im Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt in der Landschaft. Auch hier gab es im Anschluss an die Vorträge eine Diskussionsrunde. 

 

Die Veranstaltung „Wasserzukunft Weinviertel“ bot den Teilnehmer:innen eine hervorragende Gelegenheit, sich über die aktuellen Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich Wasserversorgung und Biodiversität zu informieren. Fördermöglichkeiten wurden vorgestellt und auf bestehende Hindernisse hingewiesen.

Bei regem Austausch, einer Kleinigkeit zu Essen und weiterhin regen Diskussionen, fand die Veranstaltung schließlich zu einem Ende. 

 

Das Förderprogramm KLAR! – Klimawandelanpassungsmodellregion wurde vom Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) initiiert. Ziel des Programmes ist es, Regionen und Gemeinden die Möglichkeit zu geben, sich auf den Klimawandel vorzubereiten, mittels Anpassungsmaßnahmen die negativen Folgen des Klimawandels zu minimieren und die sich eröffnenden Chancen zu nutzen. Die 7 KLAR! - Regionen sind: KLAR! Südliches Weinviertel, KLAR! Mistelbach-Wolkersdorf, KLAR! Weinviertler Dreiländereck, KLAR! Land um Laa, KLAR! March-Thaya Auen, KLAR!Leiser Berge, KLAR! 10 vor Wien. Gemeinsam haben sie in Punkto Klimawandelanpassung noch viel vor!

 

Hier gibt es die Präsentationen zum Download:

Wasserverfügbarkeit

Gewässerstruktur - rechtliche Aspekte

Gewässer und Feuchtgebiete im Weinviertel

Wasserbau Weinviertel

Regenwassermanagement

Flurplanung Wasserhaushalt

 

Foto von links nach rechts:

Johannes Selinger, Doris Obrecht, Karin Schneider, Benedikt Miksch, Mariella Schreiber, Alexander Wimmer, Julia Friedlmayer

Copyright: Josef Schimmer

Kontakt

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.



 

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Programme "Klima- und Energiemodellregionen " und "Klimawandelanpassungsmodellregionen" durchgeführt.